Corona - Steigen die Krankenkassen Prämien?

Tausende von Tests und teure Behandlungen auf der Intensivstation: Das Coronavirus führt zu hohen Kosten im Gesundheitswesen. Viele Versicherungsnehmer befürchten daher, dass die Krankenkassen Prämien im kommenden Jahr stark steigen werden.

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Krankenkassen Prämien: Krankenkassenverband Santésuisse gibt Entwarnung

Das Coronavirus führt zu hohen, Zusatzkosten im Gesundheitswesen. Neben den einzelnen Kantonen sind es vor allem die Krankenkassen, die diese Mehrkosten tragen müssen. Da liegt es nahe, für das Jahr 2021 einen Anstieg der Krankenkassen Prämien zu erwarten. Im April, als die Pandemie in der Schweiz noch recht am Anfang stand, gab der Krankenkassenverband Santésuisse Entwarnung: In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung «L'Agefi» erklärte Santésuisse-Direktorin Verena Nold, dass die Krankenkassen über ausreichende Reserven verfügen, um die Pandemie-bedingten Mehrkosten auszugleichen. 

Die Krankenkassen hätten solide Reserven in Höhe von 8,3 Milliarden Schweizer Franken gebildet, so Nold. Diese Reserven sind genau dafür gedacht, den Krankenkassen im Fall einer Pandemie oder bei ähnlichen unplanbaren Situationen finanziellen Spielraum zu bieten. 

Nold betonte weiterhin, dass sich die Prämienberechnung der Krankenkassen nicht hauptsächlich nach den Gesundheitskosten im Vorjahr richte. Stattdessen liegen der Berechnung die erwarteten Ausgaben für 2021 zugrunde. Zudem seien Behandlungen von Corona-infizierten Patienten auf der Intensivstation zwar sehr teuer, andererseits fallen in anderen Bereichen geringere Kosten an, wenn zum Beispiel Arztbesuche oder nicht dringende Operationen aufgrund der Pandemie verschoben werden. 

Was passiert bei einer zweiten Welle?

Weitere Gesundheitsexperten und Ökonomen wie auch Philomena Colatrella, Direktorin des grössten Schweizer Grundversicherers CSS, bestätigen Nolds Einschätzung. Nun dauert die Corona-Pandemie allerdings bereits einige Monate an, die Reserven schwinden. Zwar gehen auch die Fallzahlen zurück, aber was passiert, wenn es zu einer zweiten Welle kommt?

Der Gesundheitsökonom Willy Oggier hält es in einem solchen Fall für möglich, dass kleinere Krankenkassen mit knapperen Mindest-Reserven mit grösseren Krankenversicherungen fusionieren müssten. Das sagte er gegenüber dem SRF. Die Gefahr, dass eine Krankenkasse Konkurs gehe, hält er jedoch für gering. Immerhin überwacht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Krankenkassen mit einem jährlichen Solvenz-Test und stellt so ihre Zahlungsfähigkeit sicher. Mit übermässig steigenden Krankenkassen Prämien rechnet Oggier ebenfalls nicht. 

Selbst geringe Prämienerhöhungen könnten Haushalte stark belasten

In den vergangenen Jahren fielen die Prämiensteigerungen geringer als erwartet aus. Nach der Prämienrunde 2019 müssen Schweizer Haushalte im Durchschnitt 1,2 Prozent mehr für ihre Krankenversicherung zahlen als zuvor. So machten sich kostendämpfende Massnahmen des

Bundesrates bemerkbar. 

Für 2021 rechnen Experten mit einer Prämiensteigerung von durchschnittlich 3 Prozent. Im Vergleich mit vorangegangenen Jahren wäre das immer noch gering. Für viele Haushalte dürften die Mehrkosten dennoch eine grosse finanzielle Herausforderung darstellen. Aufgrund der Corona-Pandemie befinden sich zahlreiche Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder haben gar ihre Anstellung verloren. Entsprechend fehlt ihnen ein Teil des Einkommens. Steigende Krankenkassenkosten belasten das Haushaltsbudget dadurch stärker. 

Grösserer Spielraum für den Abbau von Reserven gefordert

Ökonomen und Gesundheitsexperten fordern das BAG auf, den Kassen für 2021 grösseren finanziellen Spielraum beim Abbau ihrer Reserven einzugestehen. Auf diese Weise sollen sie besser auf ihre individuelle finanzielle Lage reagieren können. Neben den höheren Gesundheitskosten müssen die Krankenkasssen vermutlich auch krisenbedingt geringere Kapitalerträge ausgleichen. 

Die neuen Prämien für 2021 veröffentlicht das BAG im September 2020. Anschliessend müssen die Krankenkassen ihre Versicherungsnehmer über Veränderungen der Prämienhöhe informieren. Im Falle einer Prämienerhöhung kann ein Wechsel in einen günstigeren Tarif oder zu einer anderen Krankenkasse sinnvoll sein. Unser Prämienrechner hilft Ihnen, einen preiswerten und leistungsstarken Anbieter zu finden.